„Dichter der Freiheit“ zum 200ten Todesjahr auf dem Programm des Landestheaters

Der Geist Friedrich von Schillers

Manche Todesjahre haben auch etwas Positives: Wenn die Dahingegangenen vor einer wirklich langen Zeit gelebt und als Nachlass einen kostbaren Schatz hinterlassen haben, werden sie nicht mehr beweint, sondern vielmehr Ihre Wirkung neu betrachtet und - im Falle Friedrich Schillers - „durchgespielt“. Von Jan Opielka.

So bietet auch das Landestheater Marburg von Oktober diesen Jahres bis Juli 2005 Inszenierungen unterschiedlicher Stücke des Universalgenies dar. Der 1805 im Alter von nur 46 Jahren verstorbene Friedrich von Schiller machte in seinem Leben Stürmisches durch, das sich auf sein schillerndes Werk niederschlug. Stücke sowohl aus seiner Frühphase als auch ein Teil seines „Alterswerks“ werden in den kommenden Monaten bis zum Sommer vom Hessischen Landestheater Marburg aufgegriffen und interpretiert. Das Drama „Die Jungfrau von Orleans“, das Schiller 1801 schrieb, läuft im Erwin-Piscator Haus bereits seit Ende Oktober. Die aufwändige Inszenierung über religiöse Ideale und die gegensätzliche Wirklichkeit wird bis zum Ende der Spielzeit im Juli zu sehen sein. Das Lustspiel „Der Parasit“, das Schiller nach Louis-Benoit Picard geschrieben hatte, feiert am 27. November Premiere, eine weitere Inszenierung ist etwa „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ (Premiere: April 2005), ein historisches Drama, in dem Schiller den republikanischen Gedanken verteidigt und seiner verfehlten Verwirklichung nachtrauert. Die insgesamt fünf Schillerschen Stücke werden von fünf unterschiedlichen Regisseuren inszeniert, damit jeweils ein anderer Blickwinkel auf die Stücke des Dichters und Dramatikers geboten wird. Das Theater will „mit Schiller locken“, denn, so die Dramaturgin des Theaters Annelene Scherbaum, „Schiller steht der Gegenwart näher als wir glauben“.

Weitere Infos:
www.hlth.de

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Zuletzt aktualisiert: 2004-11-26 15:59