Hessischer Gründerpreis zum zweiten Mal vergeben / Marburg erstmals Austragungsort

Existenzgründer fördern - die Region stärken

Die letztjährige Preisverleihung des Hessischen Gründerpreises fand in Offenbach statt, in diesem Jahr wurde der „Stab“ an den mittelhessischen Wissenschaftsstandort Marburg-Biedenkopf weiter gereicht. Existenzgründungen sind in den letzten Jahren für Wirtschaft und Arbeitsmarkt immer wichtiger geworden. Viele erfolgreiche Beispiele zeigen, dass damit Beschäftigung und neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Beste Gründer Hessens ausgezeichnet

Die Hessischen Gründertage haben zum Ziel, jährlich und in wechselnden Kommunen stattfindend, zu einer festen Institution in Hessen zu werden. Am 7. Oktober 2004 wurden die Preise im Rahmen einer ganztägigen Gründertagung und einer anschließenden Galaveranstaltung in der Marburger Stadthalle vergeben. Dr. Frank Hüttemann, Wirtschaftsförderer des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Mitglied im Initiativkreis Hessische Gründertage, legte die Ziele im Vorfeld wie folgt fest: „Wir wollten das erfolgreiche Konzept aus Offenbach aus dem letzten Jahr aufgreifen und fortführen, dabei der Veranstaltung klar einen eigenen mittel-hessischen Stempel aufdrücken.“ Im Kreis Marburg-Biedenkopf können Neugründungen, insbesondere durch die Universität bedingt, vor allem intelligente Konzepte sein - deshalb ist die Kategorie „intelligenteste Lösung“ auf ausdrücklichen Wunsch des Landkreises Marburg-Biedenkopf in den Gründerpreis aufgenommen worden.

In der Sparte „intelligenteste Lösung“ siegte denn just auch eine Gladenbacher Unternehmerin. Angelika Dürre bietet mit ihrem Unternehmen „language at work“ maß-geschneiderten Englisch-Unterricht für Unternehmen und Einzelpersonen an. Doch auch die anderen Kategorien, die am 7. Oktober vergeben wurden, heben den Gründergeist vieler Menschen und ihr Wirken hervor. In der Sparte „mutigste Gründung“ siegte etwa die Mühlheimerin Susanne Huneke, die sich in der schwierigen Branche der Uhrmachermeister in eine mittlerweile erfolgreiche Selbständigkeit wagte, obwohl ihr viele davon abrieten und sie zudem noch erziehende Mutter ist. In der Kategorie „Meist geschaffene Arbeitsplätze“ konnte sich Helmut Markus aus Biedenkopf-Wallau über den ersten Preis freuen. Mit seiner Firma Reifen-Ritter und einer erst kürzlich eröffneten Tanzschule bietet er mittlerweile zwölf Personen einen festen Arbeitsplatz.

Die hochkarätigen Gäste bei der Preisübergabe in Marburg, zu denen unter anderem der Marburger Universitätspräsident Volker Nienhaus und der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit gehörten, hoben die Wichtigkeit von Neugründungen hervor. Tenor war, dass in Deutschland die Akzeptanz für Gründer steigen müsse. Es seien gerade die Kleinunternehmer und Mittelständler, so Jagoda, die das Gro der Arbeitsplätze in Deutschland schaffen würden. Allein in den vergangenen fünf Jahren hätten diese Unternehmen rund drei Millionen Menschen in neue Arbeitsverhältnisse gebracht. Eine Zahl des diesjährigen Hessischen Gründerpreises untermauert diese Aussage: Allein die zwölf Bewerber in der Kategorie „Meist geschaffene Arbeitsplätze“ haben zusammen über 200 neue Stellen aufgebaut. Insgesamt haben in den drei Kategorien mehr als 100 Bewerber ihre Unterlagen eingereicht.

Neugründungen haben große Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Existenzgründungen sind in den letzten Jahren für Wirtschaft und Arbeitsmarkt immer wichtiger geworden. Unternehmensgründer schaffen nicht nur für sich selbst einen Arbeitsplatz, sondern haben auch eine wirtschaftlich positive Wirkung auf Ihre Umgebung: sie kreieren zusätzliche Arbeitsplätze oder aber stimulieren durch Investitionen und Aufträge die Tätigkeiten anderer Betriebe - meist ebenfalls aus der Region. Die beiden Universitäten in Marburg und in Giessen bieten innovativen Firmen gute Möglichkeiten eines Wissenstransfers. Unterstützend wirkt hier beispielsweise das Wissens- und Technologietransfer-Zentrum Mittelhessen, das gleichfalls in beiden Städten zu finden ist. Im Rahmen des Hessischen Existenzgründungsprogramms können sowohl ExistenzgründerInnen der gewerblichen Wirtschaft mit zinsgünstigen Krediten versorgt werden als auch eine kostenlose Beratung erhalten. Wenn man noch dabei anderen dauerhafte Beschäftigung ermöglicht, werden bis 50 Prozent der Lohnkosten des ersten Jahres bezuschusst. Auch und gerade Gründer aus der Universität werden gefördert. Erfahrungsgemäß machen sich Neuakademiker oftmals mit neuartigen Ideen selbständig, deren qualifizierte Grundlagen sie an der Alma Mater erworben haben. Viele erfolgreiche Beispiele zeigen, dass damit Beschäftigung und neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Das gilt nicht nur für größere Neugründungen mit hohem Kapitalbedarf, sondern auch für Kleinstgründungen mit einfachen Mitteln.

Konkrete Angebote der Wirtschaftsförderung im Kreis Marburg-Biedenkopf sind etwa die Beratungsgruppe „Führungskräfte beraten Existenzgründer“ oder regelmäßige Existenzgründertreffen mit Fachvorträgen.(jo)

Kontakt und weitere Informationen:

Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf
Dr. Frank Hüttemann
Im Lichtenholz 60
35043 Marburg

Tel.: 06421/405225


www.marburg-biedenkopf.de/wifoe/


Initiativkreis Hessische Gründertage
Tel.: (069)84 84 78-0
Fax: (069)82 36 72-51


www.hessische-gruendertage.de

 

 

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Zuletzt aktualisiert: 2004-11-26 15:29