Gesucht wird ... „Das schönste deutsche Wort“

Was haben „Fluss“ und „Hornhautraspel“ gemeinsam?

Das Goethe-Institut hat Muttersprachler und ausländische Gäste aufgerufen, „ihr liebstes, schönstes, kostbarstes deutsches Wort“ zu benennen und ihre Wahl mit einer kurzen Begründung zu versehen. Bei diesem Wettbewerb handelt es sich um ein Projekt des Deutschen Sprachrats. Zu den Juroren gehören u. a. Prof. Jutta Limbach, Vorsitzende des Deutschen Sprachrats und Präsidentin des Goethe-Instituts, Michaela Hueber, Verlegerin sowie Dr. Matthias Wermke, Leiter der Dudenredaktion.

Die Preise des Wettbewerbs sind attraktiv: eine Reise nach Mauritius, ein vierwöchiger Sprachkurs an einem Goethe-Institut in Deutschland, ein „literarisches Wochenende“ in Berlin mit Übernachtung im traditionsreichen Hotel Adlon am Brandenburger Tor und vieles mehr.

Der Wettbewerb endet am 1. August. Wer teilnehmen möchte, kann entweder an den

Deutschen Sprachrat
c/o Goethe-Institut
Dachauer Str. 122
80637 München

schreiben, oder das Teilnahme-Formular im Internet nutzen:

http://www.deutscher-sprachrat.de/dsdw/index.html

Falls Du mitmachen möchtest und Dir spontan kein Wort einfällt, habe ich im Folgenden ein paar Beispiele aufgelistet. Sie stammen von Teilnehmern diverser Deutsch-Sprachkurse am Sprachenzentrum der Philipps-Universität Marburg (Grundstufe und Mittelstufe).

 

Fernando aus Spanien (studiert Chemie):

„Mein schönstes deutsches Wort heißt `unsterblich´. Ich habe viele Gründe dafür. Einer ist, dass das Wort für mich sehr schön klingt. Es ist ein typisches deutsches Wort mit vielen Konsonanten. Und ich habe einen anderen Grund, ein bisschen poetischer. Für mich bedeutet dieses Wort `die Liebe´, wie die echte Liebe sein muss. Auch die Freundschaft ist unsterblich. Meiner Meinung nach haben sehr viele Dichter dieses Wort benutzt.“

 

Jan aus Tschechien (studiert Psychologie):

„Mir gefällt `leise´ am meisten.: Sie neigt sich zu mir, macht den Finger vor den Mund und flüstert: „Leise!“ Sie öffnet die Tür, geht rein, lächelt mich an, kocht Tee. Dann sitzen wir auf dem Boden, ich beobachte die leisen Kurven des Dunstes über der Tasse, höre zu, wenn sie erzählt. Der Himmel wird immer heller und die Sterne entfernter. Unsere Worte bleiben eine Weile in der Stille stehen, dann verschwinden sie durch das offene Fenster weg, ins All. Als die Sonne aufgeht, sind wir noch da. Seit wann, eigentlich? Heißt „jetzt“ „Die Ewigkeit“? Man kann das Leben auch leise genießen.“

 

Eun-Young aus Korea (studiert Germanistik):

„Ich glaube, dass die schönsten deutschen Wörter `Fluss´ und `schön´ sind. Deutsch und Englisch haben einen gleichen Sprachstamm. Deshalb sind die meisten Wörter ähnlich oder gleich. Aber Englisch hat keinen Umlaut oder `ß´. Und die Bedeutung von `schön´ ist auch schön und `Fluss´ ist ein Symbol der Natur."

 

Zoi aus Griechenland (studiert BWL):

„Das schönste deutsche Wort ist `kriegen´:

Der Mann KRIEGT einen Traum und nimmt was er KRIEGEN kann.

Blüten KRIEGT ein Baum

Andere fragen sich was KRIEGT der Mann

er geht nach Hause

und KRIEGT den Bus

es regnet draußen

den KRIEG von Bush

der Mann KRIEGT Zeugnisse

andere KRIEGEN Geld

wenn man KRIEGT Geschenk

dann KRIEGT man Problem.“

 

Falls Du jetzt immer noch keine Idee hast, möchte ich diesen Artikel mit zwei deutschen Wörtern beenden, die Bekannte neulich vorschlugen. Einer sagte „Hornhautraspel“, der andere schließlich „Geistesgegenwart“. Alles klar?! Dann mach´ mit ...

von Dr. Monika Rapp

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Zuletzt aktualisiert: 2004-07-14 0:41