Kurzrezension

John Steinbeck: East of Eden

Es gibt Bücher, die liest man aus Interesse, zur Beschäftigung, zur Freude oder zum Kummer. Und es gibt Bücher, die man einfach lesen muss, weil sie begeistern und das Leben bereichern.

Im Roman „East of Eden“ von John Steinbeck wird von den Familien Trask und Hamilton erzählt, vom Vater Cyrus Trask, seinen ungleichen Söhnen Adam und Charles, von den Kindern Adams, den wiederum ungleichen und ungleich geliebten Zwillingen Cal und Aron, von denen einer verbittert um die Liebe seines Vaters kämpft und so seinen Vater und seinen Bruder ungewollt in den Tod treibt. Steinbeck beschreibt die gewissenlose und gefährliche Ehefrau Adams. Ebenso erzählt er von Samuel Hamilton, dem Träger von hoher Gelehrtheit und Intelligenz, in dessen Brust die Leidenschaft und Liebe zu allem Guten vereint ist, sowie von seiner Familie. Steinbeck erzählt von Lee, dem Chinesen und Haushälter Adams, der die Menschen und das Leben zu verstehen und zu ergründen vermag. Bei alldem erzählt und handelt Steinbeck's Roman im Grunde von der niemals endenden Geschichte der Welt, der Geschichte von Gut und Böse, dem ewigen Kampf im Menschen selbst. Es ist schließlich die Geschichte von dem Mysterium der Identität, der Unerklärlichkeit von Liebe und den mörderischen Konsequenzen, die sich durch das Fehlen von Liebe ergeben.

Wer Steinbeck anfängt zu lesen, hört wohl nie wieder damit auf. Auch die Verfilmung durch Elia Kazan, mit James Dean in der Hauptrolle, wurde zu einem Welterfolg

Zum Autor:

John Ernst Steinbeck wurde am 27.Februar 1902 in Salinas, Kalifornien, geboren. Nachdem er sein Studium der Literatur abgebrochen und sich in mehreren Berufen versucht hatte, ging er 1926 nach New York, um Schriftsteller zu werden, kehrte aber bereits 1927 wieder nach Kalifornien zurück.

Seine ersten literarischen Veröffentlichungen fanden keine Beachtung. Erst mit seinem Roman „Tortilla Flat“ (1935) erregte Steinbeck Aufsehen. Die folgenden drei Romane, in die er teilweise auch autobiografische Erfahrungen einfließen ließ, begründeten Steinbecks Ruhm als engagierten Kritiker der sozialen Missstände der amerikanischen Gesellschaft: „Dubious Battle“ (1936), „Of Mice and Men“ (1937) und sein berühmtestes Werk „The Grapes of Wrath“ (1939). Das zuletzt genannte führte zu heftigen Reaktionen etablierter Kreise, die in dem Roman einen Aufruf zum Klassenkampf sahen. Während des Zweiten Weltkrieges war er auch als Kriegsberichterstatter tätig. 1945 veröffentlichte Steinbeck „Cannery Row“ und 1952 folgte „East of Eden“. Mit seinen späteren Werken, die hier nicht genannt werden, konnte er nicht mehr an seine früheren Erfolge anschließen.

John Steinbeck erhielt 1962 den Nobelpreis. Er starb am 20. Dezember 1968 in New York.

von Fidan Düz

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Zuletzt aktualisiert: 2004-07-13 23:46