„Chanukka“ - das jüdische Lichterfest

Das Chanukkafest, auch Lichterfest genannt, dauert acht Tage und ist ein sog. verschiebbares Fest, was meistens im Dezember stattfindet. Dieses Fest wurde von Juda Makkabi und seinen Brüdern eingeführt, um an die Reinigung des Tempels in Jerusalem von den griechischen und hellenisierenden Götzenanbetern und an die Erneuerung des Gottesdienstes zu erinnern. Von Chava Danieli-Kieselbach

Zur Zeit des zweiten Tempels in Jerusalem legten die griechischen Herrscher den Israeliten viele schwere Lasten auf, verboten das Ausüben ihrer Religion, so dass diese ihre religiösen Gebote und Verbote nicht mehr befolgen konnten. Die Fremdherrscher drangen in den Tempel ein und besetzten ihn. Es ging den Israeliten in dieser Zeit sehr schlecht, bis die Hasmonäer die Besetzung des Tempels überwanden und diesen wieder in Besitz nahmen.

Der Priester Mattatias versammelte seine fünf Söhne um sich, die Hasmonäer und eine Gruppe von Kämpfern und unter der Parole: „Wer für Gott ist, her zu mir!“ befreiten sie ohne jede Waffenlager, ohne eine besondere Ausbildung, ohne Ausrüstung und ohne Verbündete den Tempel. Im Tempel selbst brannte das „Ewige Licht“, ein Öllicht, welches immer mit besonderem Olivenöl genährt wurde und niemals verlöschte. Die Befreier betraten den Tempel, fanden aber nach acht Tagen der Tempelbesetzung lediglich ein Fläschchen mit Öl, das genau für einen einzigen Tag gereicht hätte. Und doch brannte dieses Öl acht Tage lang, bis sie erneut Oliven zerstampft und reines Öl aus ihnen gewonnen hatten.

Wunder des brennenden Lichtes

Dies wird von vielen Gläubigen auch heute als ein Wunder angesehen und aus diesem Grund wird seit der damaligen Zeit bis zum heutigen Tage ein achttägiges Freudenfest gefeiert. Es soll ein Fest der Freude und des Lobes sein, an dem jede Nacht brennende Lichter in die Hauseingänge gestellt werden, die an das Wunder erinnern und von ihm zeugen sollen. Diese Tage werden als „Chanukka“ (Lichterfest) bezeichnet. Es besteht kein Zweifel daran, dass das Schicksal der Israeliten das gleiche gewesen wäre wie das der Ammoniter, Moabiter, Philister und Aramäer und der Einwohner von Tyrus und Sidon: einzigartige Völker und mächtige Reiche, die von der Bühne der Geschichte und aus dem Weltgeschehen völlig verschwunden sind. Aber, wie sich erweist, wiederholt sich die jüdische Geschichte: Wie schon als die Richter kamen, um Israel vor seinen Feinden zu retten, trat auch zur Zeit der Hellenisierung ein Retter auf, dessen wir bis heute gedenken.

Zum Fest gehört ebenfalls das Singen des Liedes »Maos Zur«. In diesem Lied wird eine Reihe von Ereignissen aus Israels Geschichte aufgezählt, in denen es vernichtet werden sollte, aber immer wieder gerettet wurde. Während des Chanukkafestes ist die Arbeit nicht untersagt, und viele nutzen die Gelegenheit, um Verwandte zu besuchen, die außerhalb der Heimatstadt wohnen. Es sollte erwähnt werden, dass die Frauen sich ausruhen, solange die Lichter brennen. An den acht Feiertagen geht es in den Familien nicht nur feierlich und besinnlich, sondern auch fröhlich zu. Es gibt besondere Speisen und das sogenannte „Chanukkageld“. Dieses Geld wurde zu früheren Zeiten den Kindern für ihre Religionslehrer mitgegeben; heute erhalten Kinder (und auch Erwachsene) kleine Geschenke.

Neben den Geboten für das Chanukkafest hat sich auch ein ganz besonderes Brauchtum entwickelt, das dem Fest eine einmalige Stimmung verleiht. Dazu gehört unter anderem das Essen von „Sufganioth (Pfannkuchen) oder „Latkes“ (Kartoffelpuffern). Dafür gibt es keine einzige Vorschrift, den Ursprung für diesen Brauch finden wir darin, dass beide an das Fläschchen Öl erinnern (denn beide werden in Öl gebacken). Außerdem gibt es für die Kinder besondere Spiele zum Chanukkafest. Eines davon ist ein „Dreidelspiel“ (Kreiselspiel), auf dem die Buchstaben »Nun«, »Gimmel«, »Heh« und »Pe« aufgezeichnet sind, die die Initialen für den hebräischen Satz sind: »Nes gadol haja po«, was soviel bedeutet wie: „Hier hat sich ein großes Wunder ereignet !“

„CHAG SAMEACH CHANUKKA (EIN FROHES LICHTERFEST !) SOWIE FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GUTES NEUES JAHR !“

wünschen allen Leserinnen und Lesern
Dani und Chava Danieli-Kieselbach
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Zuletzt aktualisiert: 2005-12-04 19:22