Haus der Journalisten in Paris

"Ein haitianischer Journalist arbeitet eigentlich immer unter Lebensgefahr. Die Umstände sind so, dass es ihn zu jedem Zeitpunkt erwischen kann", sagt der Haitianer Guy Férolus, einer der Bewohner des Pariser Hauses der Journalisten. Die Idee zu diesem Haus hatte die französische Radiojournalistin Danièle Ohayon, das Geld kommt von 15 großen französischen Zeitungen und Fernsehsendern sowie aus Fördermitteln der EU. Ziel ist es, verfolgten Journalisten Zuflucht zu geben, denn allein in 2003 wurden, im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Arbeit, 42 Journalisten ermordet und über 700 verhaftet. Die verfolgten Journalisten bekommen dort freie Kost und Logis, 8 € pro Tag, Zeitungen sowie Zugang zum Internet. Die Stadt Paris stellt das Haus zur Verfügung und es wurde für 800.000 € renoviert und ausgestattet. Mittlerweile geben sie eine eigene Zeitung heraus, "Im Auge der Exilanten", um langsam wieder ins Berufsleben zu kommen. Die Direktorin des Hauses Danièle Ohayon möchte auch dabei helfen, die meist außereuropäischen Journalisten in französische Medien zu vermitteln, da diese oft eine gänzlich andere Perspektive hätten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen, welche die Journalisten für das Haus auswählt, übt ebenfalls Druck auf die europäischen Regierungen aus. Sie sollen diejenigen Länder, in denen Verfolgungen und Verletzungen der Pressefreiheit auf der Tagesordnung stehen, diplomatisch ächten.

jo

Quelle: www.3sat.de

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Zuletzt aktualisiert: 2004-05-31 21:23