Die EU-Parlamentsstadt Strasbourg lohnt einen Besuch

In der Geschichte gespalten, in der Zukunft vereint

Nach drei Stunden Autofahrt von Marburg aus kann man bereits in Frankreich sein, in unserem Fall in Straßburg, oder Strasbourg. Wie man es schreiben soll, darüber kann man streiten, da diese Stadt in der Geschichte ständig zwischen Deutschland und Frankreich hin und her gerissen war. Heute blüht sie und gilt als "Brücke Europas". Die Stadt liegt im Elsass, an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich und hat eine bunte und spannende Geschichte hinter sich; sie gilt als Symbol des geeinten Europas. Was uns sonst noch während der zweitägigen Exkursion aufgefallen ist, kann man wirklich weiter empfehlen.

Stadt an der Brücke und als Brücke

Durch ein gut entwickeltes und weit verbreitetes Netz von Mitfahrzentralen in Deutschland kann man günstig bei jemandem mitfahren oder jemanden auf eine längere Fahrt mitnehmen, was die Reise interessanter und auch preiswerter machen kann. Richtung Süden fahrend, passiert man die Geldmetropole Deutschlands und Europas - Frankfurt, fährt dann weiter in Richtung Darmstadt, vorbei an der Universitätsstadt Heidelberg und an Karlsruhe, um sich schließlich Strasbourg zu nähern. Insgesamt braucht man circa drei Stunden, um das Ziel von Osten aus über die Europa-Brücke zu erreichen, die Strasbourg mit Kehl verbindet. Keine große Entfernung also, was Viele überraschen mag.

Für studentisches Budget geeignet

Um die Stadt und alle Highlights genießen zu können, sucht man eine günstige Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe des Stadtzentrums, denn wir sind Studierende und wollen viel sehen. So kann man auch in Strasbourg in einer Jugendherberge übernachten, die erschwinglich für unsere studentischen Portmonees ist und wo es eine nette Bedienung gibt. Morgens stärken wir uns mit einem leichten Frühstück, um Energie zu tanken für die Besichtigung der Stadt. Sodann sammeln wir im Tourismusbüro haufenweise Broschüren, Visitenkarten, Stadtpläne, Listen mit Museen und ähnliches. So kann man endlich die Tour in einer noch fremden, aber einladend spannenden Stadt starten.

Bemerkenswerte Stadtgeschichte

Im Jahr 1988 feierte Strasbourg sein 2000-jähriges Jubiläum. Das Mittelalter war die eigentliche Blütezeit Strasbourgs. Zu jener Zeit gehörte die Stadt zum "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation", das sich durch eine vorbildliche Verfassung auszeichnete, welche auch der große Humanist Erasmus von Rotterdam lobte. Zwischen dem XI. und dem XV. Jahrhundert wurde das Münster errichtet, das Wahrzeichen der Stadt. Im Jahr 1681 wurde Strasbourg französisch. Mozart gab hier eine Reihe von Konzerten; Goethe war einer der berühmten Studenten der hiesigen Universität. Die Revolution von 1789 sowie die napoleonischen Kriege trugen dazu bei, dass Strasbourg weiter in die französische Nation integriert wurde. So waren Einflüsse des französisch- wie auch deutschsprachigen Kulturraumes prägend für die Stadt. Noch heute trifft man viele Menschen im Elsass, die hervorragend deutsch sprechen, was uns den Besuch und das Verständnis vieler Zusammenhänge sehr erleichtert hat.

Übrigens: Die UNESCO hat Strasbourg als Weltkulturerbe klassifiziert!

Die Stadt mehrerer Nationen

Zahlreiche verwinkelte Gassen und gemischte Architekturstile, die typisch für Frankreich und Deutschland sind, machen das Flair und die interessante Kulturvielfalt der Stadt aus, zum Beispiel der wilhelminische Stil einiger Gebäude oder der Jugendstil anderer. Strasbourg gilt nicht nur als Brücke zwischen den zwei Nationen Deutschland und Frankreich. Zahlreiche EU-Institutionen lassen hier die Vielfalt Europas verschmelzen: Beispiele sind der Europa-Palast (1975 erbaut), der Palast für Menschenrechte (1995) und seit 1999 das neue Europa-Parlament.

Stadtgeschichte durch Kopfhörer geflüstert

Wegen des Regens lockt ein Bootsbummel als Alternative zur der Zu-Fuß-Besichtigung. Gut konzipiert und hochinteressant ist die Route, die durch kleine Kanäle führt, welche sich durch die Altstadt und durch Petite France winden. Die Stadtgeschichte, wichtige Persönlichkeiten und erstaunliche Gebäude werden uns durch Kopfhörer näher gebracht und wirken für eine gute Stunde atemberaubend. Eine Auswahl an Fremdsprachen, zwischen denen man wählen kann, hilft jedem Touristen, der des Französischen nicht mächtig ist. Auf diesem Wasserwege kann man heute grob die Stadtgeschichte Strasbourgs kennen lernen.

Nach der Fahrt ist vor der Fahrt

Abschließend bleibt zu sagen, wie viele nicht nur touristische Ziele Strasbourgs fast vor der Tür liegen. Man lernt hier zudem, welche Rolle diese Stadt spielt, die an der Grenze liegt und die noch vor kurzem ein Streitpunkt zwischen den Nachbarnationen war, hingegen heute als ein Kernpunkt des vereinten Europas gilt. Die Stadt Strasbourg ist schon heute ein begehrtes Ziel für Politikstudierende von der Uni Marburg, und das nicht nur auf Grund zahlreicher europäischer Institutionen. Auch Studierende anderer Fachrichtungen können sich hier weiterbilden oder eine touristische und kulturelle Bereicherung ihres studentischen Lebens in Marburg erleben.

Von Katarzyna Opielka

Preiswerte Übernachtungmöglichkeit:

Jugendherberge in Strasbourg:

Auberge de Jeunesse Centre International de Recontres du Parc du Rhin, 67017 Strasbourg Cedex

http://www.fuaj.org/eng/hostels/aj_fiche.php?aj_id=88

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Zuletzt aktualisiert: 2004-05-31 21:24