Blut ist ein ganz besonderer Saft

- Eindruck von einer Tour durch das Marburger Behringmuseum -


Impressionen des Kurses Deutsch als Fremdsprache beim Besuch des Behringmuseums.

Der Am 17. Juli 2003 besuchten wir das Behringmuseum im Rahmen des Kurses „Deutsch-Kurs“ für ausländische Studierende der Naturwissenschaften und Medizin spazierte im Sommer auf den Spuren der wohl berühmtesten Marburger Persönlichkeit: Emil von Behring, Sprachenzentrum der Philipps-Universität Marburg. Frau Dr. Kornelia Grundmann führte uns durch das Museumdie Besuchergruppe durch das Behringmuseum und brachte uns ihnen das Leben sowie und Schaffen der Persönlichkeit Behrings näherdes Marburger Mediziners näher. Ihre Ausführungen waren sehr informativ, anschaulich und lebhaft. Einige interessante Ergänzungen gab zudem Herr Dr. Helmut Freudenstein, ein ehemaliger, langjähriger Mitarbeiter der viele Jahre für die Behringwerke gearbeitet hatte, ergänzte die Führungen mit seinen Erfahrungen..

Zur Ausstellung

Die älteste und bekannteste Auszeichnung im Bereich der Wissenschaften ist der Nobelpreis. Der von dem schwedischen Industriellen Alfred Nobel gestiftete Preis wird seit 1901 regelmäßig verliehen. Besonders öffentlichkeitswirksam ist die jährliche Verleihung der Urkunden und Medaillen durch den schwedischen König am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.
In diesem Jahr jährt sich nun zumVor 102. Ma Jahren wurde zum ersten Mal derl die Verleihung des ersten Nobelpreises für Medizin verliehen. Die älteste und bekannteste Auszeichnung im Bereich der Wissenschaften stiftete der schwedische Industrielle Alfred Nobel. Und an wen ging die gut dotierte Trophäe? an Emil von Behring, ein echter alter Marburger. dDem Begründer der Serumtherapie. Über das Leben und Werk Emil von Behrings gab es bisher in Marburg wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedene, kleinere Ausstellungen gewidmet. Da alle AusstellungenVeranstaltungen mit großes Interesse aufgenommen wurdenerregten, entstand der Wunsch nach einer Dauerausstellung. Seit dem 10. Dezember 2002 nun befindet sich eine Ausstellung solche im Gebäude der Emil von Behring-Bibliothek für Geschichte und Ethik der Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Sie wurde in Kooperation der Stadt Marburg (Kulturamt) und der Universität (Emil von Behring-Bibliothek) konzipiert.

Leben und Werk Emil von Behrings

Emil Adolph von Behring wurde am 15. März 1854 im westpreußischen Hansdorf als 5. Sohn eines Dorfschullehrers geboren. 1874 begann er als Stipendiant das Studium der Medizin an der Militärärztlichen Akademie in Berlin. Das Stipendium verpflichtete ihn zu neun Jahren Militärdienst. 1887 wurde er zum Stabsarzt ernannt und wurde wenig später als Assistent Robert Kochs an das Hygienische Institut der Universität Berlin abkommandiert. Dort entstanden seine ersten richtungsweisenden Veröffentlichungen über die Blutserumtherapie. Zusammen mit seinem Studienfreund Erich Wernicke gelang es Behring 1890, die ersten wirksamen Heilseren gegen Diphtherie und mit dem japanischen Bakteriologen Shibasaburo Kitasato gegen den Wundstarrkrampf (Tetanus) zu entwickeln. Diese Heilseren enthielten die Gegengifte – Antitoxine, heute Antikörper genannt – gegen die krankmachenden Zellgifte. Sie hatten damit erstmals die sog. passive Immunisierung zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten genutzt.
Auf Behrings Vorschlag wurde das Prinzip der Immunisierung von dem deutschen Bakteriologen Paul Ehrlich sehr erfolgreich eingesetzt, um Diphtherie bei Kindern zu bekämpfen. 1895 wurde Behring zum Direktor des Hygienischen Institutes in Marburg ernannt – eine Position, die er bis zu seinem Tode innehatte. 1896 heiratete er Else Spinola, Tochter des Verwaltungsdirektors der Berliner Charite. 1904 gründete er seine eigene Firma „Behring-Werk oHG“. Das Geld für die Firmengründung stammte zum großen Teil aus der Preissumme von etwa zwei Millionen Reichsmark, die Behring anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Medizin und Physiologie bekam. In seinen letzten Lebensjahren zog sich Behring aus der Geschäftsleitung zurück und widmete sich ganz der Forschungseinen Forschungen. Emil von Behring starb am 31. März 1917 in Marburg und dort, in der Heimatstadt seines großen beruflichen Erfolges, wollte er beerdigt werden.
Das Motto der Ausstellung „Blut ist ein ganz besonderer Saft“ gibt den letzten Satz der bahnbrechenden Veröffentlichung aus dem Jahre 1890 wieder, die sich mit seinen Experimenten beschäftigte und seinen Weltruhm begründete.

Im Folgenden findet Ihr ein paar Meinungen von Studenten, die das Museum besuchten.

Ana Sinziana Dumitrache aus Rumänien, studiert Medizin:

„Das Behringmuseum war eine schöne Überraschung. Das Faszinierende ist, dass es nicht nur das Portrait dieses berühmten Forschers, sondern auch ein Bild seiner Welt schafft. Ich glaube, dass es wichtig ist, uns an die Lebensbedingungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu erinnern. Wir können die Entdeckungen Behrings nur richtig abschätzen, wenn wir lernen, was für ein großes Gesundheitsproblem Diphtherie (heute eine fast vergessene Krankheit) war. Ich als Medizinerin habe auch sehr interessant gefunden, dass das Museum auch einen Blick für das, was Forschung in jener Zeit bedeutete, öffnet.“

Jeanne Matheron aus Frankreich, studiert Pharmazie:

„Der Ausflug ins Behringmuseum hat mir gut gefallen, selbst wenn ich nicht alles gut verstanden habe.
Das Museum ist klein, aber gut organisiert. Die Museumsführerin kannte sich im Thema sehr gut aus und erklärte die Geschichte Behrings mit Begeisterung.
Das war auch lustig, weil sie die Mutter von einer Pharmazie-Kommilitonin ist, die nächstes Jahr meine Universität in Frankreich im Austausch besuchen wird.“

Satoshi Ejima aus Japan, studiert Physik:

„Das ist ein kleines Museum in Marburg. Meiner Meinung nach kann ich es nicht Reisenden empfehlen, die nur ein paar Tage Marburg besuchen. Aber es ist interessant für Studierende, besonders für Mediziner in Marburg, weil Emil von Behring erster Nobelpreisträger für Medizin ist und in Marburg wohnte.
Für Japaner ist das Museum auch unter folgendem Aspekt interessant: Behring arbeitete einige Zeit mit Shibasaburo Kitasato zusammen. Ich kannte den Namen als japanischen Arzt, aber ich wusste nicht, was er machte und dass er in Deutschland arbeitete. Außer dem berühmten japanischen Schriftsteller Ogai Mori kennen Japaner niemand, der in Deutschland studierte oder arbeitete. Nach dem Museumsbesuch weiß man, dass noch ein weiterer berühmter Japaner in Deutschland arbeitete.“

Dr. Monika Rapp

Weitere Informationen und Kontakt:

Emil von Behring-Ausstellung
Bahnhofstr. 7, Tel.: 06421-28-6-7011
Öffnungszeiten: jeden 1. Samstag im Monat 10-12 Uhr

www.marburg-stadt.de
www.med.uni-marburg.de
www.nobel.se
E-Mail-Kontakt:

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Zuletzt aktualisiert: 2004-06-10 15:48