Warum Mr. Bean jetzt Schmuck verkauft

- Cinetipp: „Tatsächlich Liebe“ von Richard Curtis -

Hugh Grant als Premier, verliebt in seine Sekretärin. Ein verliebter junger Mann, der seine Angebete eiskalt behandelt. Liam Neeson als Stiefvater eines schwer verliebten elfjährigen Jungen. Sind denn hier alle verliebt? In der Tat, das sind sie. Liebe, wohin das Auge reicht. In der ersten Szene sehen wir eine Flughalle, in der Leute sich verabschieden oder in Empfang nehmen. Nach 129 Minuten werden die Figuren des Films sich am heiligen Abend hier treffen, mit gelungenen, witzigen, aber auch traurigen Liebesgeschichten. Anhand zehn Episoden, zeigt Curtis, wie Liebe aussehen kann. Wie sie die Menschen in Gefühlszustände zieht, die sie vorher nicht kannten.

Der Autor und seine Haushaltshilfe

Die wohl bezauberndste Romanze entspinnt sich zwischen einem Autor (Colin Firth) und seiner portugiesischen Haushaltshilfe. Keiner versteht ein Wort von dem, was der andere sagt, und doch entsteht eine Bindung auf dem Fundament der Liebe. Colin Firth, bekannt als Rentier-Pullover-tragender Anwalt Marc Darcy, aus „Bridget Jones“, besticht hier als ein in Liebe gefallener Schriftsteller. Als running gag agiert ein alternder Musik-Star (Bill Nighy), der den Wet Wet Wet – Hit „Love is all around“ (aus „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) unter dem Titel „Christmas is all around“ im Film zur Nummer Eins macht und in einer Musikshow „Blue“ und ihre besten Stücke veralbert. Rowan Atkinson ist, wie schon in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, mit von der Partie und wieder nur in einer Minirolle, als perfektionierter Schmuckverkäufer.

Komik bleibt auf der Strecke

Trotz sooo viel Liebe kommt die Komik nicht ganz zum Tragen. Um den typisch britischen Humor in vollen Zügen genießen zu können, sollte man sich den Film im Original anschauen. Leider bedient sich Curtis einer zu klischeehaften Darstellung von Liebe, im Bezug auf Weihnachten als das Fest derselben. Das hervorragend besetzte Ensemble darunter Alan Rickman, Heike Makatsch, Emma Thompson und Keira Knightley macht jedoch viel von diesem Eindruck wett.
„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, ist der gutgemeinte Rat von Daniel (Liam Neeson) zum Ende des Films an seinen Stiefsohn. „Du musst deiner großen Liebe sagen, dass du sie liebst.“ In diesem Sinne: Fasst Euch ein Herz! Ein Hoch auf die Liebe!

Kirsten Netzow

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Zuletzt aktualisiert: 2004-06-10 15:47