Kaum ein Student ohne Nebenjob
– Zur Lage an deutschen Universitäten –

Mit Hilfe von Bafög, Jobs oder den Eltern finanzieren die meisten StudentInnen mehr oder weniger erfolgreich ihr Studium. Aber: Wer studiert eigentlich an deutschen Unis und wie steht es wirklich um die soziale Lage Studierender? Diese Frage versuchen Sasha Nussbaum & Dominique Kopitzke aus Berlin von der Beilage der Jungle World: UHPS – Universität und Hochschule – Post Scriptum, November 2003, näher zu bringen.

Die Soziale Herkunft der Studierenden spielt eine wesentliche Rolle bei der Frage, ob ein Studium überhaupt aufgenommen werden kann und damit die Chancen besteht, irgendwann eine höhere gesellschaftliche Position einzunehmen. Die finanzielle Situation der Eltern wirkt sich ebenso auf die Möglichkeit einer erfolgreichen Schullaufbahn aus. Darüber hinaus besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad des Elternhauses und der Studienhäufigkeit. Während von Kindern, deren Väter die Hochschulreife besitzen, drei Viertel studieren, trifft dies nur für jedes sechste Kind zu, dessen Vater den Hauptschulabschluss hat. Das spiegelt auch Arbeitsverhältnisse wider und zwar während nur zwölf Prozent sogenannte Arbeiterkinder ein Studium beginnen, studieren fast drei Viertel der Kinder von Beamten.
Diese Regel gilt genauso für Studierende mit Migrationshintergrund, deren Anteil an den Universitäten gering ist, da sie sich durch den Prozess der Aussortierung gar nicht in die Richtung eines Hochschulstudiums orientieren. Ausländische Studierende aus nicht EU Staaten haben verstärkte Probleme, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Nebenjobs bieten die wichtigste Einkommensquelle. Die Arbeitserlaubnis ist jedoch auf 90 Tage pro Jahr beschränkt. Studierende werden in Arbeitsverhältnissen häufig ausgebeutet, lassen sich aber auch bereitwillig ausbeuten.
Die soziale Herkunft ist nach wie vor ein wichtiger Platzweiser für die spätere Position in der Gesellschaft. Universitäten produzieren gesellschaftliche Eliten, doch der Zugang zu diesen Institutionen wird immer mehr begrenzt. In die Vergangenheit zurückschauend, hat man in den 60er und 70er Jahren durch die Abschaffung von Studiengebühren und die Einführung von Bafög versucht, eine universitäre Bildung zu ermöglichen. Heute findet an den Universitäten ein gravierender Umbau statt. (…)

Der komplette Text ist nachzulesen in der Beilage der Jungle World, „Universität und Hochschule – Post Scriptum“, 5. November 2003, http://jungle-world.com

Katarzyna Barcik

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Zuletzt aktualisiert: 2004-06-10 15:44