Gespielt wird hier!

-Marburger Studierende im Theaterlabor -

D as Landestheater hat nach einer langen Trockenzeit wieder eine studentische Schauspielgruppe ins Leben gerufen. Durch gute Promotion initiiert, konnte man eine interessierte Gruppe an der Uni für den Workshop „Theaterlabor“ gewinnen. Am 15. Dezember fand das erste Treffen unter Leitung der beiden Schauspieler Daniel Kuschewski und Markus Klauk statt, die Beteiligten treffen sich seitdem wöchentlich in zwei Gruppen.

Sie nutzen die Möglichkeit, um hinter die Geheimnisse des Theaters und des Schauspiels zu kommen. „Zunächst wollten wir einfach lernen, Sprechübungen und Emotionen umzusetzen, haben also noch kein festes Stück vor Augen“, sagt Anna Mielke (20), Studentin der Medienwissenschaften und der Ethnologie. Dabei wurden für die beiden Termine am Montag und Freitag nicht nur am Schauspiel Interessierte gesucht, sondern auch Studierende, die etwas über Bühnenbau, Maske, Kostüm oder Regie lernen wollen. Die meisten wollen jedoch spielen. „Ich mache es aus Spass und auch deshalb, weil ich mich hier austoben kann“, betont Erik Möller (23), Psychologiestudent und einer von nur drei Männern unter den 20 TeilnehmerInnen des Workshops . Seine studentische Schauspielkollegin Anita Stachowicz sagt: „Bei den ersten Improvisationen ist die Scheu schnell verflogen.“ Drei Studentinnen der Medienwissenschaften sehen ihr Mitmachen auch als Praktikum fürs Studium. Die meisten wollen aber keine professionellen Schauspieler werden. Obwohl sich die Gruppen mittlerweile gefunden haben, würden neue Leute nicht abgewiesen. „Die Stücke sollen im Konsens gefunden werden, denn wir wollen auch den ganzen Prozess der Entstehung eines Stückes vermitteln“, erläutert Kuschewski, (dem Marburger Publikum bereits aus der Rockoper Faust II bekannt und demnächst in Shakespeares Romeo & Julia als Romeo zu sehen) der bereits im letzten Jahr in Köln ein Stück inszeniert hat.

Frau Scherbaum von der Öffentlichkeitsarbeit des Landestheaters zeigt sich vor allem erfreut, dass die Zusammenarbeit mit der Uni ganz gut funktioniert. „Die infrastrukturelle Förderung der Uni ist da. Wir können Räume nutzen und vor allem das Studentenwerk ist sehr kooperativ.“ Da die Finanzierung bislang weitgehend durch das Landestheater geschähe, wird eine weitere finanzielle Unterstützung durch die Uni gesucht. Dabei zähle man vor allem auf das Kulturreferat des AStA Marburg.

Die Gruppe probt im Theatersaal des Ernst-Hülsen-Hauses, und hat diese Raumzusage bis zum Ende des Sommersemesters. „Wir hoffen, dass wir die positive Dynamik nutzen können und die Gruppe sich fest etablieren wird“, unterstreicht Frau Scherbaum. Die Neuschauspielerin Anita Stachowicz fügt hinzu: „Es ist total überraschend und schön zu erfahren, dass hinter dem Theater eine tiefere Dimension steckt.“

von Jan Opielka

 

weitere Infos findet Ihr unter Hessisches Landestheater Marburg, Ansprechpartnerin Annelene Scherbaum, Tel. 06421/990245

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Zuletzt aktualisiert: 2004-02-11 1:21