Deutsch-polnische Beziehungen lokal

Pawel Stepien hat die Städtepartnerschaft zwischen Marburg und Koscierzyna/Polen genutzt und studiert nun Informatik in Marburg. Wie er die Kooperation beider Städte erlebt und wie es in seiner Zukunft weitergehen soll, erzählt er in diesem Kurzbericht.

Wie man zum Studium nach Marburg kommt

Ich habe bei einem Wettbewerb über Marburg-Biedenkopf in Polen einen einwöchigen Aufenthalt in der Stadt gewonnen. Die schöne Altstadt, das Schloss und natürlich die berühmte Elisabethkirche haben mich sehr beeindruckt. Landrat Robert Fischbach bot mir während meines Aufenthalts seine Hilfe bei der Suche nach einem Studienplatz in Marburg an. So kam es, dass ich nach meinem Abitur mich entschied, die Gelegenheit zu ergreifen mein Studium in Marburg zu beginnen. Der Landrats griff mit auch bei der Wohnungssuche unter die Arme Und so konnte ich schließlich im Oktober 2002 mit meinem Studium der Informatik beginnen.

Studium nach den eigenen Vorstellungen

Zuerst ist zu bemerken, dass die Beziehungen zwischen den Profs und den Studenten völlig anders sind als in Polen. In Deutschland ist das Interesse am Wohl der Studenten wesendlich höher. In Polen interessiert es in der Regel weniger, ob die Studenten im Stoff mitkommen oder die Klausuren bestehen. Dass Studenten hier die Tutorien halten, ist auch ein Vorteil, weil sie einfach die Probleme des ‚kleinen’ Studenten besser nachvollziehen können als die Professoren. Außerdem sind die Programmiersprachen und das technische Wissen, das vermittelt wird wesendlich aktueller.

Das Landratsamt hat mir ein Praktikum in der Informatikabteilung vermittelt, wo es mir möglich ist, meine neu gewonnen Kenntnisse anzuwenden und zu erweitern, und zudem Kontakte zu knüpfen.

Ist es allgemein möglich, dass Polen in Deutschland studieren?

Die Nachfrage ist an sich sehr groß, denn den meisten fehlt das Wissen, wie man an einen Studienplatz in Deutschland kommt. Dass ich nach Marburg kommen konnte, ist auf die Verknüpfung glücklicher Zufälle zurückzuführen und nicht Resultat einer informativen Beratung. Außerdem ist oft langfristigere Unterstützung nötig, damit ein solches Auslandsstudium wirklich sinnvoll ist. Vielleicht verbessert ja der Eintritt Polens in die EU diese Situation.

Entwicklung der Partnerschaft zwischen Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Koscierzyna

Der Wettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, stand am Anfang dieser Partnerschaft. Inzwischen fand sozusagen ein Deutscher Gegenwettbewerb statt, wo ein Deutscher für eine Woche nach Koscierzyna/Polen durfte. Die Beziehung entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen. Auf der einen Seite besuchen Politiker des Landkreises Marburg-Biedenkopf Polen, um die andere Seite kennen zu lernen und die Partnerschaft auf offizieller Ebene zu festigen. Auf der anderen Seite werden bereits durch das Internet Freundschaften zwischen den Studenten aus Deutschland und Polen gefestigt. Vielleicht wird nächstes Jahr sogar meine Freundin, die kurz vor ihrem Abitur steht, nach Marburg zum studieren kommen. Ich hoffe, dass sich die Partnerschaft zwischen unseren Ländern gut weiterentwickelt und sich andere Landkreise hieran ein Beispiel nehmen und ebenfalls Verbindungen nach Polen knüpfen und umgekehrt. Wie man sieht, ist ja bisher Positives bei herausgekommen.

Pawel Stepien, Informatik

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Zuletzt aktualisiert: 2003-07-09 17:01