Sprachen lernen am Computer

Im Selbstlernzentrum (SLZ) des Sprachenzentrums können Studierende das Internet und Sprachlernsoftware nutzen, um ihre Fremdsprachenkenntnisse auszubauen.

Das Angebot

Das Selbstlernzentrum verfügt über 14 PCs, die mit Soundkarten, Headsets, Internet und Sprachensoftware ausgestattet sind. Den Sprachen lernenden stehen über 40 Programme unterschiedlichster Niveaustufen für die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch zur Auswahl. Zusätzlich kann mit audiounterstützten Lehrbüchern und den Sprachzeitschriften des Spotlight-Verlags (Spotlight, Ecos, Écoute, Adesso) gearbeitet werden. Im Videoarchiv des Sprachenzentrums finden Interessierte etwa 6500 Filme in verschiedenen Sprachen, die sie am Videogerät im SLZ ansehen können.

Um das Selbstlernzentrum nutzen zu können, benötigt man einen Email-Account der Uni Marburg und eine einmalige Teilnahme an der Einführungsveranstaltung „Sprachen lernen mit den Neuen Medien“, während der Nutzerausweise ausgegeben werden. Ziel dieser kostenlosen Veranstaltung ist es, den NutzerInnen den notwendigen Überblick über das Angebot und die lerntheoretischen Grundlagen zu vermitteln, um den Einstieg in das autonome Lernen am Computer zu erleichtern.

Sprachenlernen multimedial - Was bedeutet das?

Die Einbeziehung der Neuen Medien in die Lernprozesse ist eine Erweiterung der klassischen Lernmethoden – in einem Kurs ebenso wie beim autonomen Lernen mit Hilfe eines Lehrbuchs.

Aktualität und Authentizität

Durch das Internet sind die Medien in der Zielsprache jeweils tagesaktuell verfügbar. So kann man problemlos die neuesten Schlagzeilen der Washington Post lesen oder sich live in die laufende Sendung von Radio Moskau einklinken. Größere Radio- und Fernsehstationen wie zum Beispiel die Deutsche Welle, TV 5 oder BBC bieten auf ihren Internetseiten sogar didaktisiertes Material für Fremdsprachenlernende an, so etwa authentische Nachrichtensendungen zum Anhören, die zusätzlich mitgelesen werden können und zum Teil mit Übungen und Vokabelerklärungen nachbereitet werden.

Interaktivität und Abwechslung

Sprachlernsoftware zielt etwas genauer auf bestimmte Zielgruppen ab, sie ist für verschiedene Niveaustufen, Altersgruppen und Lernziele konzipiert. Kandidaten für den “TOEFL-Test“ oder eines der Cambridge-Zertifikate können im SLZ auf Software zurückgreifen, die darauf ausgerichtet ist. Wer sein Schulfranzösisch für den nächsten Frankreich-Aufenthalt auffrischen will, kann mit landeskundlich aufbereiteten Kommunikationsprogrammen wie der „Interaktiven Sprachreise“ arbeiten. Russisch-Anfänger können durch Videodialoge ihr Hörverstehen verbessern und interaktive Übungen bearbeiten, Deutsch Lernende können am Computer Diktate schreiben und direkt korrigieren lassen.

Für das Lese- und Hörverstehen sowie Übungen zu Vokabeln und Grammatik bieten die Lernprogramme vielfältige Übungen. Ein Teil der Software verfügt außerdem über Spracherkennung, das heißt, dass der Lernende die Möglichkeit hat, seine Stimme über das Mikrofon aufzuzeichnen und vom Computer korrigieren zu lassen. Diese Technik hat durchaus noch ihre Schwächen, da ein „richtig“ oder „falsch“ oft auch nur von Sprechgeschwindigkeit oder Lautstärke abhängt. Sie bietet aber die Möglichkeit, selbständig phonetische Übungen mit Rückmeldung durchzuführen.

Selbstlernen in der Praxis: Beobachtungen

Auch für das Lernen mit moderner Software gelten alte Regeln: ohne ein Lernziel und ein gewisses Maß von Selbstorganisation können die oben erwähnten neuen Möglichkeiten schnell ihren Reiz verlieren.

Die TeilnehmerInnen an den SLZ-Einführungsveranstaltungen haben nach dem Kurs die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Kritikpunkte auf einem Feedbackbogen zu notieren. 95 Prozent der TeilnehmerInnen beantworteten die Frage, ob sie zum Sprachenlernen mit den Mitteln des SLZ motiviert seien, mit „Ja“. In der Praxis lässt sich jedoch beobachten, dass diese Motivation nach einiger Zeit nachzulassen scheint. Dies kann verschiedene Ursachen haben: die Vielfalt der Angebote aus Internet und Software, die sicherlich zuerst motiviert, kann leicht unübersichtlich und verwirrend werden. Unerfahrenere Computerbenutzer lassen sich durch technische Schwierigkeiten, die bei einem Windows-System mit Internetanbindung nicht auszuschließen sind, verunsichern.

Ein anderes Problem, das beim autonomen Lernen entsteht, ist die Selbstmotivation, wenn keine Kontrolle etwa durch einen Lehrer erfolgt oder kein bestimmtes Ziel wie eine anstehende Prüfung vor Augen ist (die fleißigsten und regelmäßigsten SLZ-Besucher sind die, die sich auf eine Prüfung vorbereiten). Daher ist es wichtig, sich vor Beginn des Lernens ein Ziel zu definieren und möglichst regelmäßige Termine zum Selbstlernen „durchzuhalten“. Tipps dazu können sich Interessierte in der Lernberatung holen, die Dr. Susanne Duxa, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sprachenzentrums, für die NutzerInnen des SLZs anbietet.

Auch mit den Neuen Medien geschieht das Lernen einer Fremdsprache immer noch nicht im Schlaf, und so bleibt den Lernenden das mühsame Vokabellernen nach wie vor nicht erspart. Mit Hilfe von Software und Internet bietet die moderne Technik jedoch neue Möglichkeiten, die der Lerner für sich ausschöpfen kann – zum Beispiel im Selbstlernzentrum.

Karen Zhube-Okrog


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(Biegenstr. 12, Erdgeschoss)

Tel. Aufsicht: 06421/2821360
Email-Kontakt:

Sprachenzentrum der Philipps-Universität

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Zuletzt aktualisiert: 2003-07-09 16:38