Das Sprachenzentrum der Philipps-Universität

Gute Fremdsprachenkenntnisse werden vorausgesetzt...

Hand auf’s Herz: füllt dieser Standardsatz in Stellenausschreibungen Sie mit Zuversicht oder löst er eher das mulmige Gefühl aus, "Ich müsste ja doch dringend mal wieder was für meine Sprachen tun"? Falls letzteres der Fall sein sollte, kann Abhilfe geschaffen werden!

Was lange währt...

Wie wir alle wissen, zählt die Philipps-Universität nach ihrem Gründungsjubiläum im vergangenen Jahr bereits über stolze 475 Jahre. Was einige aber vielleicht noch nicht wissen: Bereits zwei Jahre zuvor, im Juni 2000, gab es ein freudiges Ereignis zu feiern: die Alma Mater hatte auf ihre alten Tage noch ein Kind geboren: das Sprachenzentrum!

Zwar hatte die Marburger Hochschule in den Jahrzehnten zuvor schon über ein Sprachlabor verfügt, das den Fremdsprachenlehrenden der Universität für die Erteilung ihres Unterrichts Räume, Materialien und technische Ausrüstung mit support zur Verfügung stellte, aber mit Gründung des Sprachenzentrums als eigene wissenschaftliche Einrichtung wurde es möglich, auf der Grundlage eines umfassenden, aufeinander abgestimmten Konzepts und unter einem Dach Sprachkurse für Hörer aller Fakultäten anzubieten. Damit trug die Philipps-Universität der wachsenden Bedeutung solider sprachlicher Kompetenzen und Kenntnisse über andere Kulturen für Studierende und Universitätsabsolventen Rechnung.

Was kann man im Sprachenzentrum lernen?

Die Gründungsidee war und ist, Studierenden aller Fächer ein Sprachlernangebot bereit zu stellen, das sie dazu befähigt, an den internationalen wissenschaftlichen Diskursen zu partizipieren und eine gute Startposition für das Eintauchen in den internationalen Arbeitsmarkt zu erlangen. Es leuchtet ein, dass dazu Sprachkurse erforderlich sind, die - ansetzend an den vorhandenen Kenntnissen ihrer Teilnehmer – maßgeschneidert auf bestimmte sprachliche Tätigkeiten ausgerichtet sind. Interpretationen schöngeistiger Literatur, wie wir sie aus dem Oberstufen-Unterricht der Schule kennen, helfen hier nicht weiter und werden konsequenterweise ersetzt durch Fachsprachenkurse, Verbesserung von Lese- und Hörverstehen, Üben von akademischem Schreiben, Präsentations- und Diskussionstraining usw. Auch klar, dass es zum effektiven Erlernen dieser Fähigkeiten überschaubarer Gruppengrößen und geeigneter Räume mit medialer Ausstattung bedarf – ein Sprachunterricht, bei dem mehrere Dutzend Teilnehmer in audio- und videogerätfreien Sälen mit Methoden aus dem altsprachlichen Unterricht moderne Fremdsprachen zu erlernen versuchen, passt nicht ins 21. Jahrhundert!

Welche Sprachen kann man also im Sprachenzentrum lernen?

Kaum überraschend steht das Englische als globale Verkehrssprache ganz oben an. Die große Nachfrage zeigt sich in raschem Anwachsen von Kursangebot auf derzeit 16 Kurse mit annähernd 250 Teilnehmern. Hinzu kommen Intensivkursangebote in den Semesterferien.

Weil eine wirkliche Internationalisierung des Studiums natürlich nur möglich ist, wenn die Universität einen Austausch mit Partnern in aller Welt pflegt, indem sie u.a. ihre Türen für Studierende aus dem Ausland öffnet, sind Deutschkurse für Austauschstudierende aus aller Welt ein weiteres Tätigkeitsfeld im Sprachenzentrum. Durch finanzielle Förderung aus dem Sokrates-Programm der EU und durch eingeworbene Projektmittel vom DAAD können ca. 200 Studierende von einem abgestuften Programm vor und während des Semesters profitieren.

Wenn man bedenkt, dass die Bedeutung der russischen Sprache in Europa seit dem Fall des eisernen Vorhangs rasant zugenommen hat – beispielsweise leben allein im Landkreis Marburg-Biedenkopf 10.000 russischsprachige Menschen - dann liegt es nahe, sich einmal mit dieser ‚etwas anderen’ Sprache zu beschäftigen, zumal die hiesigen Bedingungen dafür durch die langjährige und ambitionierte Sammlung von Lehrmaterialien aller Art sowie der im Einsatz damit gewonnenen Erfahrungen einzigartig günstig sind.

Durch notorische Abwesenheit ‚glänzen’ seit dem Sommersemester 2002 die romanischen Sprachen, für deren Organisation und Betreuung es am Sprachenzentrum noch immer keinen Mitarbeiter gibt. Angesichts der äußerst angespannten Haushaltssituation muss man schon ein ziemlicher Optimist sein, hier auf baldige Verbesserung zu hoffen. Es liegt jedoch auf der Hand, dass Sprachen wie Spanisch, Französisch und Italienisch unverzichtbar sind für eine erfolgreiche Teilhabe am internationalen Geschehen, für das Englisch allein eben nicht ausreicht.

3 Vorlesungen, 4 Seminare, und jetzt auch noch ein Sprachkurs?!?

Was ist mit Studierenden, die einen so vollgepackten Stundenplan haben, dass ein regelmäßiger Besuch eines Sprachkurses für sie schlicht unmöglich ist? Auch sie müssen nicht sprachlos bleiben – im Selbstlernzentrum stehen ihnen multimediale Sprachlernressourcen und kompetente Ansprechpartner zur Verfügung (s. eigener Artikel dazu).

Besser geht’s zu zweit: Tandemlernen

Viele der ausländischen Studierenden sind heiß begehrte Partner für das sogenannte Tandemlernen: sie verbessern ihr Deutsch, indem sie sich mit einem deutschen Muttersprachler zusammentun, dem sie wiederum beim Erlernen ihrer Sprache behilflich sind. Die Partnersuche kann man entweder per Aushang selbst in die Hand nehmen, oder man wendet sich an Frau Kreuder (Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und Koordinatorin des Tandemlernens, Do 14-17, Tel. 2824530), die eine regelrechte Vermittlungsagentur betreibt – natürlich nur zum Zweck des Sprachenlernens...

Und jetzt mit guten Vorsätzen ins nächste Semester!

In der letzten Woche vor den Semesterferien kommt das neue Veranstaltungsverzeichnis des Sprachenzentrums heraus. Man kann es sich entweder als gedruckte Broschüre abholen (Biegenstraße 12, Erdgeschoss) oder man schaut auf die Homepage www.uni-marburg.de/sprachenzentrum. Wie war das noch? Ich müsste ja doch dringend mal wieder...? Jetzt gibt’s keine Ausrede mehr – am 17.Oktober ist Einstufung, und ab dem 20. Oktober beginnt die Anmeldung. Viel Spaß, have fun!

Susanne Duxa,
wiss. Mitarbeiterin im Sprachenzentrum für Englisch und Deutsch als Fremdsprache



Weitere Informationen und Kontakt:

  • Tel.: (06421) 28 21325
  • Fax: (06421) 28 25157
  • e-mail:

Sprachenzentrum der Philipps-Universität

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Zuletzt aktualisiert: 2003-07-09 16:36